Die Geschichte der Salsa

Die Geschichte der lateinamerikanischen Musik, welche weltweit als "Salsa" bekannt wurde, begann vor Jahrhunderten auf den von Spanien dominierten karibischen Inseln und ist eng mit Sklaverei und Kolonialismus verbunden. Ebenso existiert ein starker Einfluss der Stadt New York City des 20. Jahrhunderts, wo das Wachstum der dort gedeihenden Latino-Gemeinschaft die Musik veränderte. Die polyrhythmische, auf vokalem und instrumentalem Dialog basierende Spielart zeigte, dass die afro-karibischen Wurzeln der lateinamerikanischen Musik gleichzeitig traditionell und zeitgenösisch, geistlich und weltlich sein konnten...

Die koloniale Ära

Die Entwicklung der lateinamerikanischen Musik manifestiert sich im Triumph des menschlichen Geistes über die zerstörerischen Kräfte der Sklaverei und des Kolonialismus. Jahrhunderte lang wurden Männer, Frauen und Kinder aus West- und Zentralafrika, der Heimat großer Völker wie der Yoruba, der Efik oder der Bantu in Ketten nach Kuba, Puerto Rico und Hispaniola (heute Dominikanische Republik und Haiti) gebracht. Angesichts vieler Begegnungen mit diversen unbekannten afrikanischen, europäischen und indigenen Kulturen und Menschen, fanden sie Wege, um ihr eigenes und das Überleben ihrer kulturellen Expression zu sichern. Obwohl das Leben in den Plantagen unter strenger spanischer Kontrolle stand, waren der Gesellschaft heilige und weltliche Institutionen, Gemeindehäuser und Bruderschaften erlaubt. So konnten bestehende Traditionen aufrecht erhalten und angepasst sowie neue Traditionen kreiert werden. Gemeinschaften aus geflohenen Sklaven ("Cimarron"-Gemeinschaften) boten einen geeigneten Kontext für die Erhaltung traditioneller Musikformen.

Im späten 19. Jahrhundert fand die Sklaverei in der Region der Karibik ein Ende. Das euphorische Gefühl der Freiheit gab schnell den Weg für die Möglichkeit frei, ein neues Leben inmitten von wirtschaftlichem und politischem Aufschwung zu führen. Der spanisch-amerikanische Krieg von 1898 brachte das Ende der spanischen Kolonialherrschaft und etablierte die Vereinigten Staaten als die dominante Imperialmacht in der Region. Mit der Veränderung der Wirtschaft von der Plantage zur Landwirtschaft ging eine Landflucht entlassener Landarbeiter in die Städte und auf die Inseln einher. Farbige, Weiße und "Criollos" kamen mit "Rumba" und "Changui" nach Havana. Nach San Juan brachten sie "Bomba" und "Seis", nach Santo Domingo schließlich "Merengue" und "Carabiné". Diese und andere Musikstile und -richtungen wurden im Zuge sukzessiver Migrationswellen selektiv nach New York gebracht, nachdem sie im städtischen Umfeld verändert und angepasst worden waren...